„Die Lyrik operiert – möglicherweise als einzige Sprachform unserer Zeit – mit einer Sprache, die nicht beengt. Die Wörter in einem Gedicht sind nach allen Seiten offen.“

DAS MATERIAL DES SANDDORNSCHATTENS

RaumPoem

RaumPoem bezeichnet das Experiment einer hybriden Sprachinstallation. Das Gedicht - seit zwei Jahrhunderten auf Schrift und Buch geeicht - setzt sich der medialen Ästhetik der elektronischen Kultur aus. Ausgehend von der zwölfteiligen Gedichtsequenz Das Material des Sanddornschattens überspielt der Lyriker und Medientheoretiker Volker Demuth seit Mitte der 90er Jahre Texte in einen Raum von Stimmen, Geräuschen, Fotografien, Videos und Schrift. So entsteht eine räumliche Textästhetik, die sich auf allen sinnlichen Ebenen ereignet, in schleifenartigen Zeitbewegungen und unerwarteten Interferenzen. Das RaumPoem rechnet damit, dass Gedichte in Zukunft Teil unserer urbanen Räume mit ihren simultanen Wirklichkeiten werden könnten. RaumPoeme können wir begehen wie man Feste begeht oder Verbrechen.